Geinsheim und Duttweiler – verdammt nah dran
Die Anlage ist aktuell zwischen der B39 und der Fronmühle geplant. Die vermutliche Lage der Geothermiefabrik haben wir rot eingezeichnet. Die Bohrstelle und Entfernungen haben wir auf Basis der Angaben der Vulcan Energy grob abgeschätzt.
Fakt ist, die Anlage liegt sehr nah an der Wohnbebauung, aber auch unter 1000 m von Geinsheim weg. Diese Anwohner müssen mit jahrelangem Bohrlärm rechnen.
Auch im Betrieb verursacht die Lithiumsextraktionsanlage eine erhebliche Geräuschbelästigung, wie uns Anwohner einer Pilotanlage in Insheim bestätigt haben. Insbesondere der tiefrequente Infraschall ist als gesundheitsschädlich einzustufen. Dies betrifft insbesondere die 35 Mitbürger der Hahnenruh und die Familie Schibel, aber auch die Anwohner der westlichen Gäustraße, Im Hirschgraben und Im Birkig. Diese werden auch durch die starke Beleuchtung der Anlage nachts beeinträchtigt.
Für die Erdbeben ist die Entfernung zu den Bohrlandepunkten relevant. So nennt man die Punkte wo das Bohrrohr endet und das Thermalwasser angesaugt oder eingepresst wird. Auch wenn diese Punkte mehrere Kilometer tief liegen, ist das Risiko von Erdbeben und damit auch Gebäudeschäden um so höher, je geringer der Abstand zum Landepunkt ist. Damit ist das Risko für Schäden in Duttweiler, Geinsheim, Hahnenruh und Fronmühle deutlich höher als zum Beispiel für die Neustadt, das immerhin von der Fernwärme profitiert.
Hallo zusammen, wir stimmen der BI uneingeschränkt zu – das ist ein u. E. nicht tragbarer Vorgang – insbesondere da die Ergebnisse vergleichbareer Projekte hinreichend bekannt sind (Staufen, Landau, usw.). Gerne würden wir die Initiative daher sehr gerne unterstützen.
Grüße Claudia und Ralf Heffner
Risiken abklären auf jeden Fall, Richtig Stellungen von Seiten der BIGG würde ich mir aber wünschen:
Staufen ist ein Geothermie Projekt und hat mit der Tiefengeothermie wenig zu tun. Dort wurde mitten im Ort ca 140m tief gebohrt. Wir reden von ganz anderen Abständen zu Gebäuden und Tiefen. Nicht verwechseln! Die Geothermie darf jeder Hausbesitzer nach vorheriger Bohrgenehmigung zur Beheizung seines Hauses nutzen und das wird bei (Neu)bauten auch reichlich genutzt.
https://www.geothermie.de/bibliothek/lexikon-der-geothermie/s/staufen-geothermieprojekt.html
Liebe BIGG, bitte geht auf den Unterschied ein!
Hallo Frau Kucera,
die Ursache in Staufen war oberflächennahe Geothermie. Insofern haben sie Recht. Es ist aber ebenso eine Tatsache, dass Tiefe Geothermie Erdbeben auslösen und Gebäudeschäden verursachen kann. Es gab entsprechende Ereignisse zum Beispiel in Landau, in Basel und im Elsass. Hier ein entsprechender SWR-Bericht (ab Minute 5:00) mit mehreren tausend Geschädigten im Elsass und Baden. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/geothermie-geschaedigte-kaempfen-gemeinsam-fuer-entschaedigung-durch-franzoesische-firma-geoven-100.html
Hallo Herr Kärcher,
erst im September hat sich Willi Stächele (Landtagsabgeordneter der CDU in Baden-Württemberg) mit Geschädigten aus Baden getroffen. Insgesamt nahmen an dem Treffen lediglich fünf (!) Personen teil. Insofern stellt sich mir die Frage, ob und wie „mehrere tausend Geschädigten“ in diesem Verhältnis stehen. Bilder von dem Treffen finden Sie als Quelle hier (unter „Kommunales“):
https://www.instagram.com/willistachele/
Ähnlich wie Frau Kucera andeutet, wünsche ich mir ebenfalls eine offene und transparente Aufklärung zu dem Thema. Wir befinden uns in einer massiven Energieabhängigkeit vom totalitären Russland und in einer massiven Rohstoffabhängigkeit vom totalitären China. Hier sind wir nun alle gefragt, um uns a) unabhängig davon zu machen b) Wohlstand zu erhalten und c) neue Technologien und Wertschöpfungsketten aufzubauen: Deutschland und seine Bürger/Politiker sind nun im Handlungszwang. Deswegen: Kritische Punkte ansprechen JA; aber gleichzeitig bitte auch ordentlich und sachkundig aufklären und nicht in altdeutscher Manier alles pauschal ablehnen „was der Bauer nicht kennt“. Das ist zumindest mein persönlicher Anspruch an – demokratische – Initiativen. Wie es nicht laufen darf, zeigt Ihr Mitstreiter aus der Landauer Nachbarschaft momentan.
Mit freundlichen Grüßen aus Baden-Württemberg.
Hallo Herr Gashi,
ob die Tatsache, dass sich lediglich 5 Leute zum Gespräch mit einem Landtagsabgeordneten treffen, eine Aussagekraft über die Anzahl der Geschädigten hat, bezweifle ich. Unser Anliegen ist es darauf zu achten, dass die Mediationsergenisse zur Geothermie, die mit der rheinlandpfälzischen Landesregierung in zweijährigen Gesprächen ausgehandelt wurden auch umgesetzt werden – hier mehr dazu: https://big-geinsheim.de/mediationsergebnisse/. Nur so kann sicher gestellt werden, dass die Interessen der Anwohner nicht dem Profitinteresse eines australischen Konzerns untergeordnet werden.
Lieber Admin,
vielen Dank für die Nachricht. In der Tat hat es eine gewisse Aussagekraft, wenn lediglich 0,2 Prozent der Geschädigten (5/3000) Interesse an einem unverhofften politischen Austausch haben. Bei dieser eindeutigen Zahlenkausalität besteht auch kein mathematischer Interpretationsspielraum.
Es ist natürlich absolut legitim und nicht streitbar, die herausgearbeiteten Ergebnisse aus dem zehn Jahre alten Mediationsverfahren der Jahre 2010-2012 auch umzusetzen. Gleichzeitig gilt der politisch-partizipatorische Anspruch, der sich per se aus der Gründung einer Bürgerinitiative ableitet, weiterhin für Sie, nämlich transparent und sachkundig aufzuklären. Dazu zählt für mich beispielsweise nicht das laienhafte Zusammenwürfeln unterschiedlicher geothermischer bzw. tiefengeothermischer Projekte. Somit müsste bei der oberflächennahe Geothermie jedwedes, privates Wärmepumpe-Projekt als Positivbeispiel aufgezählt werden, das 100-150m tief bohrt. (Man merkt vielleicht, ich selbst nutze diese Energiegewinnung privat)
Vielleicht noch als kleiner Hinweis: Ich darf auf den Expertenbereich von Vendenheim hinweisen, der im April 2022 erschienen ist. Darin werden massive Mängel und Fehler bei der Umsetzung des dortigen Projektes festgestellt (u.a. keine 3D-Seismik, sodass man quasi blind drauf los gebohrt hat). Sofern man an einem fairen Verfahren zwischen Bürgern, Politik und Betreiber interessiert ist, zählen diese Aufklärungspunkte – meiner Meinung nach – zu den Transparenz- und Kommunikationspflichten einer jeden Bürgerinitiative. Denn nur so wird eine ehrliche Betrachtungsweise und Entscheidungsfindung ermöglicht.
P.S. Sofern Sie nicht in einer zentralen Planungswirtschaft (DDR) groß geworden sind, ist doch jedes privatwirtschaftliche Unternehmen interessiert an Profit. So heftig wird es natürlich nicht kommen und ist auch „whataboutism“, aber für den Kohleabbau im Ruhrgebiet wurden ganze Dörfer zwangsumgesiedelt – wegen was? Ja, wegen Profit und Energieversorgung.